Reining

Reining gehört zu den anspruchvollsten Disziplinen des Westernreitens. Reiter und Pferd müssen verschiedene Manöver beherrschen: Schnelle und langsame Galoppzirkel, fliegende Wechsel, Spins, Sliding-Stops, Rollbacks und Rückwärtsrichten. Diese werden zu Aufgaben (Patterns) zusammengefasst. Es gibt 10 Reining-Patterns, deren einzelne Abschnitte in der festgelegten Reihenfolge geritten werden müssen. Die Aufgaben werden auswendig geritten. Zu Reining-Prüfungen sind Pferde aller Rassen zugelassen.

Der Reiter hält die Zügel in der Regel einhändig und führt das Pferd mit minimalen Zügel-, Schenkel- und Gewichtshilfen und mit seiner Stimme. Dafür sind viel Gefühl, Konzentration und Training notwendig. Reining bedeutet nicht nur ein Pferd zu lenken, sondern auch jede seiner Bewegungen zu kontrollieren. Alle Abweichungen von der exakt vorgeschriebenen Aufgabe sind Fehler, die abhängig vom Grad der Abweichung bestraft werden. Daneben werden Weichheit, Eleganz, Haltung und Schnelligkeit mit Pluspunkten belohnt.

Der Name Reining leitet sich aus dem englischen Wort für Zügel (”reins”) ab. Wie die meisten klassischen Sportarten hat auch Reining seine Wurzeln im Alltag der Menschen, in diesem Fall im Alltag der amerikanischen Cowboys. Um große Viehherden durch oft widriges und unerschlossenes Gelände zu treiben, musste ein Cowboy mit seinem Pferd in der Lage sein, blitzschnell die Richtung wechseln zu können, abrupt anzuhalten oder aus dem Stand loszusprinten, um verlorenes Vieh wieder einzufangen.

Westernreiten gilt als die weltweit am schnellsten wachsende Pferdesport-Disziplin. In den vergangenen Jahren hat sich die Begeisterung von den USA auch nach Europa ausgeweitet. Seit 2000 ist die Westernreit-Dressur offiziell als Disziplin der FEI anerkannt und Bestandteil der Weltreiterspiele.